Werden und Wirkung
Die Gitarre in Spanien zwischen 1830 und 1960

Ein Buch randvoll mit Gitarrengeschichte in Spanien und Geschichten um die spanische Gitarre - Anekdoten, seltene Bilder von Tárrega bis zu Andrés Segovia. Mit 494 Seiten ein gewichtiges Werk über einen Gitarristen, seinen Einfluß und eine Epoche (1830-1960).

Francisco Tárrega ist zu Lebzeiten nacheinander Spaniens überragender, unverstandener und verdrängter Gitarrist gewesen. Sein Nachruhm und Schaffen folgen einem ähnlich widerspruchsvollen Weg: eine Legende hatte sich im letzten Viertel des 20.Jahrhunderts in die umstrittenste Gestalt der Gitarrengeschichte verwandelt. Rechtzeitig vor seinem 150. Geburtstag ist Tárrega sein einstiger Ruhm wiedergegeben. Doch verkörpert er den Klassiker inzwischen auch in dem Sinne, daß zwar niemand seine Verdienste bezweifelt, andererseits die meisten keine klare Vorstellung haben, worin sie eigentlich bestehen.

Der junge Francisco Tárrega wächst in die versteckte, sich wandelnde Gitarrenwelt der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein. Durch ein tiefes Verständnis des Instruments, das ihm offenbar angeboren war, entwickelt er in täglicher Beschäftigung mit der Gitarre ihre musikalischen und technischen Möglichkeiten. Nachdem er erst die verschiedenen Spielweisen und Anschlagstechniken seiner Zeit gesammelt und untersucht hat, kann er das Brauchbare darin zu einer neuen Idee von der Gitarre verschmelzen. Sein Spiel, seine Musikauffassung und sein Gedankengut werden - von Tárregas Schülern ausgebreitet - weltweit zu den Grundlagen der heutigen Gitarristik.

Francisco Tarrega
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